Unerwartete Begegnungen, ein Kochtreffen und ein Besuch im Aqua Makarios
Mittwoch, 17.11.2021 Leben & AlltagDie vergangene Woche war (mal wieder) erlebnisreich. So waren die Wassercontainer vor unserem Mehrfamilienhaus für drei Tage leer. Leider bemerkte ich das erst, als unser Wasser in der Wohnung fast aufgebraucht war und ich zum Nachfüllen raus zum Container ging. Wir sparten also ganz viel Wasser, in dem wir es mehrmals wiederverwendeten usw.. Außerdem kann man ja immer Trinkwasser kaufen, sodass für das Nötigste gesorgt ist. Die Erfahrung mit sehr wenig Wasser auszukommen, war am Ende echt gut und wir nutzen einige unserer Wassersparstrategien weiterhin. Am Freitag waren die Container wieder voll und ich hab mich selten so gefreut, Wasser in die Wohnung zu tragen. :)
Währenddessen hatten wir ein Treffen mit Precious, die auch bei uns im Haus wohnt und sie kochte mit uns das ghanaische Gericht Yam-Porridge (oder auf Twi: Mpotompoto). Die Zeit mit ihr war richtig schön und wir lernten uns besser kennen. Außerdem half sie uns schon tagsdarauf gemeinsam mit Emmanuel, der Taxi fährt und schon unsere Vorfreiwilligen kannte, Gas für unseren leeren Gaskanister zu organisieren. Wenn jetzt der Strom ausfällt, was in Ghana immer mal passiert, können wir trotzdem kochen. :)
Am Sonntagnachmittag hatte ich noch ein schönes Erlebnis. Da es Svenja nicht so gut ging und ich nach meinem Kranksein endlich was machen möchte, ging ich allein raus und wollte nur runter an die Straße und was Kleines kaufen. Gleich in der Nähe, traf ich eine Frau, die Einkäufe schleppte. Weil es in Ghana üblich ist, auch Fremde zu grüßen (zumindest, solang man nicht in einer Menschenmenge o.ä. unterwegs ist), grüßte ich sie und sie mich. Wir redeten und sie fragte, wo ich hin will. Ich meinte, dass ich mich nur ein bisschen umschaue, um meine Umgebung besser kennenzulernen. Nach ein bisschen Smalltalk, in dem ich erfuhr, dass sie zum Haus ihrer Mutter will, um für sie die Einkäufe zu bringen, bot ich Jane an, ihr spontan beim Tragen zu helfen. Wir machten uns auf den Weg und ich lief mit ihr die bereits mir bekannten Straßen entlang. Jane kam mir vertrauenswürdig und sehr freundlich vor. Ich schätze sie auf ungefähr fünfzig und wir unterhielten uns auf dem Weg über unseren Glauben. Irgendwann kamen wir an und eigentlich dachte ich, dass ich jetzt einfach wieder gehe aber sie luden mich zum Fufuessen ein und so sollte ich noch bleiben. Am Ende verbrachte ich den Nachmittag bei Janes Familie und fühlte mich dabei recht wohl und sicher. Zum Schluss brachte mich Jane wieder zurück zu unserem Berg, wo sie selbst auch wohnt und lud mich in den Gottesdienst ihrer Kirche ein. Darauf bin ich schon gespannt, denn der Gottesdienst kann sich von Kirche zu Kirche sehr unterscheiden.
Am Abend ging ich (natürlich eingesprüht mit Mückenspray) nochmal raus und ein Querstraße weiter, wo, wie ich von der Dachterrasse gesehen hatte, viele Kinder Fußball spielten. Sie fragten neugierig wer ich bin, wo ich herkomme, ob ich Messi und Ronaldo kenne und Fußball spielen kann. Am Ende spielten wir gemeinsam und ich lernte noch ihre Eltern kennen, die mich willkommen hießen. Ich freu mich sehr meine Nachbarschaft ein bisschen besser kennenzulernen. Glücklich ging ich nochmal auf die Dachterrasse, wo ich Precious spontan wiedertraf. Sie singt in der Band unserer Gemeinde und so ließen wir den Abend mit Lobpreismusik und einem schönen Gespräch über ihren Werdegang als Sängerin ausklingen.
Den Mittwochvormittag lernte ich Juanita, welche als fertigstudierte Lehrerin, ihren Nationalservice eine Art Zivildienst in Ghana am Ausbildungszentrum absolviert. Ich bin dankbar, dass sie da ist und ich von ihr nochmal viel über den Umgang mit den Schülerinnen lernen kann. Sie gab mir gute Hinweise und verstand mich mit meinen Fragen und Gedanken.
Am Mittwochnachmittag machten Sydney, mit dem ich seit reichlich zwei Wochen übers Handy in Kontakt bin, Svenja und ich einen Ausflug zum Fluss, der durch Takoradi fließt (bisher konnte ich den Namen nicht rausfinden; alle sagen hier einfach "river"). Da fast keiner da war, konnten wir die Natur und die Ruhe sehr genießen. Wir nahmen im Restaurant Aqua Makarios Platz, welches auf Hölzern im Wasser steht, bestellten Getränke, redeten entspannt und fuhren am Abend wieder nach Hause.
Nun geht's mir allgemein auch wieder gesundheitlich richtig gut und ich freu mich schon auf Freitag. Da werden wir das erste Mal nach Busua reisen und vielleicht sogar surfen...