Woche 2: Tschüss Accra & hallo Takoradi!

Sonntag, 03.10.2021 Leben & Alltag Reisen

Woche 2: Tschüss Accra & hallo Takoradi!

Am Donnerstag bedankten wir uns bei den Mitarbeitern des YMCAs für alles und verabschiedeten uns auf Zeit von Lea und Judith, die nach unseren ersten zwei gemeinsamen Wochen ihren Freiwilligendienst in Mpraeso verbringen werden, während wir nach Takoradi aufbrachen. Wir werden uns auf jeden Fall gegenseitig besuchen, worauf ich mich voll freu. Doch erstmal lernten wir Nana kennen, welcher unser Ansprechpartner in Takoradi ist und im selben Haus wie wir lebt. Er stand für uns echt früh auf, damit er uns abholen und unsere vierstündige Reise begleiten konnte. So unterhielten wir uns bei Erdnüssen und Bananenchips, die man hier häufig übers Autofenster bei Straßenverkäufern erwirbt. Ich genoß die Gespräche und die Natur, die sich v.a. außerhalb Accras bahnbricht.

In Takoradi angekommen fuhren wir einen sehr steilen und unbefestigten Hügel zu einem grünen sechsstöckigen Haus hoch. Kurz darauf bekamen wir eine kleine, entspannte Wohnung mit Ventilatoren, Kühlschrank, Toilette und Dusche zugewiesen. Zwar haben wir kein fließendes Wasser, doch mittlerweile habe ich mich schon fast dran gewöhnt. Ok, die Dusche vermiss ich schon ein bisschen. Es ist einfach etwas umständlicher sich in einer kleinen Waschschüssel komplett zu waschen. Doch dann steh ich halt eher auf, um für alles genug Zeit zu haben. Apropos aufstehen: Hier stehen die meisten Menschen zwischen 4 und 6 Uhr auf, um noch viel in der Kühle des Morgens zu erledigen. Das find ich klug und mach das auch demnächst. :) Insgesamt fühl ich mich hier, und besonders in meinem Zimmer, wohl. Das Gefühl Angekommenzusein und sich hier für eine Zeit Niederlassen zu können, tut mir richtig gut und halte ich für nicht selbstverständlich. Zur Begrüßung durften wir ein wenig später noch das wunderschöne Abendlicht genießen.

Die Nacht danach war dafür für mich durchwachsen, da ich vergaß die Oropax zu nutzen... (Svenja hat gut geschlafen. Keine Ahnung wie.) Erst trommelte der Regen auf die Plastikwassercontainer und auch der Muezzin, der kurz vor fünf Uhr die muslimischen Bürger zum Gebet rief, ließ mich nicht einschlafen. Ab und an gibts anscheinend auch Lobpreisnächte, wo auch 4 Uhr morgens noch Musik aus Lautsprechern erklingt und sobald die Sonne aufgeht, hört man einige Hähne krähen. Ich bin jedenfalls dankbar für die Erfahrung aber auch dafür, Oropax dabei zu haben. ;)

Am Freitag lernten wir die Hausmutter "Mami" oder auch "Viki" genannt kennen, welche ganz oben wohnt, wo es auch zur wunderschönen Dachterasse rausgeht. Jedes Mal wenn ich da bin, realisiere ich wie schön es hier ist und was ich doch für ein Glück habe, dass unsere Wohnung gerade in diesem Haus ist. Den weiteren Tag verbrachten wir mit Einräumen und Sortieren. Am Abend liefen wir los, um noch für die nächsten Tage an kleinen Ständen und im Supermarkt einzukaufen. Das war echt gut und ist genau wie die Kirche alles fußläufig zu erreichen.

Während Samstag außer spielen, quatschen, entspannen und Krimskram erledigen nicht so viel passierte, begrüßte ich den Sonntagmorgen auf der Dachterasse bei einem wunderschönen Sonnenaufgang überm Meer. Nach meinem Morgensport und leckrem Frühstück nahm uns Precious, welche auch hier im Haus wohnt, mit zum Gottesdienst. Dieser war angenehm, weil ich viel verstand und der Gemeinderaum schön gestaltet war. Nachdem Gottesdienst bekamen wir von Viki eine Einladung zum Essen und durften abends eine omlettähnliche Speise aus Yam und Ei probieren. Lecker. :) So bin ich nach wie vor sehr dankbar und gespannt auf die kommenden Tage...

Judiths gebastelte Dankeskarten für die YMCA-Mitarbeitenden in Accra

Grüne Landschaft außerhalb Accras

Takoradi

Weg zur Wohnung im rechten Haus

Endlich da! :)

Abendrot vor der Haustür

Dachterasse

Sonnenaufgang