Mein erster Tag in Ghana / Accra
Freitag, 17.09.2021 Leben & AlltagMit einem fröhlichen "Good morning" wurde ich von Francis, als ich aus unserem Zimmer raustrat, begrüßt
und wir frühstückten erstmal alle fünf gemeinsam. Ich hatte es mir am Tag viel wärmer vorgestellt und war überrascht über die frische und angenehme Luft. Da wir zur Regenzeit kamen ist es ein wenig schwül aber angenehm.
Am Abend vorher wurde uns gesagt, dass wir 7 Uhr frühstücken, doch von unseren Vorfreiwilligen wussten wir, dass zwischen 8 und 9 Uhr realistisch ist und Zeitansagen nur bedingt befolgt werden.
Damit hab ich ja so gar kein Problem. :)
Danach hab ich Mr. Adams kennengelernt, dessen Tochter, genauso heißt wie ich und wir direkt Fotos machten. Mr. Adams gehört zum Personal und passt u.a. am Eingang auf, dass kein Ungebetener einfach so rein kommt. Insgesamt fühl ich mich hier sicher, weil es so viel Personal gibt, was aufpasst. So waren sogar die Toiletten am Flughafen paritätisch bewacht. Überwachungskameras hab ich dagegen bisher nur in Banken entdeckt.
Als nächstes fuhren wir in die Stadt und diese ist so vielseitig, dass ich es nur schwer in Worte fassen kann.
Wir gingen zum Independence Square, der direkt am Meer liegt und auf dem sich zum Unabhängigkeitstag am 6. März tausende Ghanaerinnen und Ghanaer versammeln und der Präsident eine Rede hält.
Ghana wurde im Jahr 1957 von Großbritannien unabhängig und zu einer der ersten Demokratien in Westafrika.
Anschließend besuchten wir die Shops und jetzt bin ich schon froh zu diesem Zeitpunkt kein Geld dabei gehabt zu haben, sonst wär es wahrscheinlich ausgegeben. Die Sachen gefielen mir so gut und ich werde bestimmt nochmal wiederkommen...
In einem der Läden bekamen wir direkt von Abraham einen kleinen Trommelkurs und ein anderer Verkäufer (dessen Name ich leider nicht kenn) sang dazu "Auf einem Baum ein Kuckkuck simsalabimbambasaladusaladim...".
Zurück am Meer gab's Reis und Hühnchen, was sehr lecker war. Doch mit dem Blick auf die Weite kam zum ersten Mal seit meiner Ankunft eine kleine Traurigkeit hoch, weil ich all das Schöne nicht eins zu eins mit meinen Lieben zuhause gemeinsam genießen kann. Doch zum Glück fühl ich mich hier schon sehr wohl und auch der Kulturschock kam bisher nicht, was glaube v.a. an der guten Vorbereitung durch den CVJM und meine Vorfreiwilligen in Deutschland liegt. Danke dafür!
Irgendwie kann ich gar nichts bewerten und will es auch nicht, sondern ich bin einfach sehr dankbar.
Es gibt wie überall große und kleine, dicke und dünne Menschen.
Du findest in Accra so ziemlich alles, was du auch so oder so ähnlich in Deutschland kaufen kannst.
Na ja, eigentlich findest du noch viel mehr. Verkauft wird in klimatisierten Malls, auf Märkten, am Straßenrand und auf der Straße, wenn die Autos vor Ampeln halten müssen.
Auffällt, dass wirklich viel auf dem Kopf transportiert wird, was ergonomisch viel cleverer ist und den Sonnenhut erspart. Mal gucken, ob ich mir das abschau...
Ach ja, falls ihr euch wundert, warum keine Nahaufnahmen von fremden Gesichtern in meinem Blog oder auf meiner Handykamera zu finden sind - die gibt es nicht. Bilder sind keine Trophäen und jeder Mensch, ob Kind oder Erwachsener hat ein Recht auf sein Bild. Einfach so Fotos ohne die Erlaubnis von anderen zu machen und sie hochzuladen halte ich für respektlos. Es tut mir leid, aber wenn ihr die Menschen hier so in ihrem Alltag sehen wollt, müsst ihr wohl oder übel Filme schauen oder selbst herkommen. Ich werde vor Fotos immer fragen und selbst dann noch schauen, ob es wirklich hochgeladen werden kann.
Mit lieben Grüßen aus Ghana!