Im Flugmodus

Donnerstag, 16.09.2021 Reisen

Nun hab ich Internet und kann so ein bisschen was hier nachholen. Darum wunder dich nicht, wenn du chronologisch von den letzten Tagen demnächst mehrere Blogartikel findest. Alles in einem zu erzählen, wär dann doch ein Roman und darum fang ich hier mal an.

Nachdem mein Freund Lukas und ich Donnerstag nach Frankfurt mit dem Zug fuhren und dort übernachteten, flog ich Freitag um 10:15 Uhr mit meinen drei Mitfreiwilligen Svenja, Judith und Lea nach Amsterdam. Von dort gings nach einer langen Mittagspause um 15:25 Uhr mit KLM weiter nach Accra, wo ich einen wunderschönen Sonnenuntergang über der Sahara erleben durfte. Mit zwei Stunden Zeitverschiebung kamen wir nach ca. sechs Stunden Flugdauer in Accra an. Da Ghana westlicher als Deutschland liegt, ist es ein bis zwei Stunden später, je nach dem ob gerade Sommer- oder Winterzeit in Deutschland ist.

Alles in allem war es einer der entspanntesten Fernreisen, die ich jemals hatte. Wo ich hinkam war es auffallend ruhig und geordnet, wobei sehr wahrscheinlich auch die Pandemie dazu beiträgt, das es so ist. Ich fühlte mich in unserer Kleingruppe wohl und jeder passte und passt auf jeden auf.

Besonders schön wurde es aber vor allem bei der Ankunft in Accra. So lernte ich im Flugzeug eine deutsche Bauingenieurin kennen, die in Ghana an der Universität Vorträge über nachhaltiges Bauen hält. Weitere Bekanntschaften machte ich eigentlich durch meine Langsamkeit, die in Deutschland manchmal (andere) nervt. So brauchte ich ne Weile um mein Handgepäck zusammenzupacken und war die letzte, die das Flugzeug verließ. Dabei lernte ich am Ende der Reihe Jakob, einen Kameramann und Max, einen Toningenieur aus Deutschland kennen, die in Accra einen Film mit einer deutsch-ghanaischen Sängerin drehen wollen. Jakob gab mir seine Visitenkarte und meinte, dass er mit seiner ghanaisch-deutschen Frau in der Hauptstadt Accra lebe... vielleicht trifft man sich wieder.

Einige Passkontrollen und einen Coronatest später, stand ich auch schon mit meinem Gepäck in der Hand und Dankbarkeit im Herzen 40 Meter vorm Ausgang. Da waren auch die anderen und eine ghanaische Frau namens Doctor Doreen, die aus den USA angereist war. Sie erkannte an Svenjas "YMCA T-shirt", dass wir mit dem YMCA unterwegs sind und war total begeistert, machte ein Foto mit uns, fragte uns nach Jesus und gab uns Flyer mit. Sie war wirklich nicht nur schick gekleidet, sondern die Herzlichkeit in Person. Vielleicht kann ich sie irgendwann nochmal wieder treffen.

So jetzt hab ichs noch nicht mal aus dem Flughafen rausgeschafft und fühl mich schon wohl. Man könnte jetzt aufhören, aber dann wäre wieder nicht alles dabei. Ich trat also in die warme Abendluft raus, beobachtet von vielen Augen, die alle auf ihre Reisenden warteten. Wir schauten uns um und entdeckten Francis und Paul vom YMCA in Ghana, welche uns mit dem Kleinbus durch die Stadt zum YMCA Guesthouse brachten. Auf der Fahrt erzählte Francis viel und ich mochte beide von Anfang an. Nach meinen wenigen aber auch sehr schönen Begegnungen denke ich, dass es hier kaum Eis gibt, was erst gebrochen werden muss. Wie auch...

Im Guesthouse angekommen gabs ein paar Snacks, ein schönes großes Zimmer und große Betten. Nach einer Dusche und ein bisschen Auspacken fiel ich auch schon müde und dankbar in eine erholsamen Schlaf.

Abschied von unserer Organisatorin Andrea (Danke für die Vorbereitung!)

Abschied

Svenja & ich im Flugzeug

Pyrenäen von oben

Zimmer im YMCA Guesthouse