Twi, Bürokratie und zwei schöne Begegnungen

Mittwoch, 22.09.2021 Leben & Alltag

Heute ging's zum ersten Mal zum Twiunterricht bei Dr. Judith. (Wir lernen das jetzt für die kommende Woche.) Ich versteh bei ihr dank ihres ruhigen und klaren Englisch, in dem sie uns Twi und kulturelles sowie historisches Wissen über Ghana näherbringt sehr viel. Dr. Judith ist nicht nur Lehrerin für Twi sondern auch für Naturwissenschaften. Außerdem ist sie Ärztin, hat ein Modefirma, ist viel gereist und organisiert ehrenamtlich "LifeCheck" mit, was ein von ihrer Gemeinde dem "Empowerment Worship Centre" organisierte Veranstaltung ist, bei der Menschen v.a. kostenlosen Zugang zu medizinischer Versorgung und Schulmaterial bekommen. Ich bin dankbar, dass sie sich trotzdem für uns Zeit nimmt.

Bei ihr lernte ich z.B., dass es in Afrika in der Region Ghanas im 16. Jahrhundert ein großes Königreich gab, was sich auch über Mali, Teile Tschads, Tunesien, Marokko, Mauretanien, Burkino Faso, Benin... erstreckte. Die Gruppe der Ashante (Aschanti gesprochen) waren dabei dominierend und vereinen bis heute viel des ghanaischen Wohlstands auf sich. Wo auch immer die Ashante hinkamen, lehrten sie den Einwohnern ihr "Ashante Twi". So wird es in Ghana heute von sehr vielen verstanden und ich lern das jetzt auch. Trotzdem gibt's auch viele Dialekte und weitere Gruppen. Dazu vielleicht in einem späteren Artikel mehr.

Twi besteht aus vielen einzelnen Lauten, die ich z.T. nicht gewöhnt bin, aber ich bemüh mich um die richtige Aussprache. ;) Später schreib ich bestimmt mehr zu Twi und der Kultur. Heute kam v.a. das Alphabet dran und ich lernte, dass man hier fast alles mit rechts erledigt. Mit der linken Hand anderen etwas zu geben, zu zeigen usw. gilt als unhygienisch und unhöflich. Das liegt daran, dass die Menschen für ihr Geschäft die linke Hand nutzen... (Wer will, kann das gern zuhause ausprobieren. ;) )

Nach dem ca. dreistündigen Kurs gingen wir mit unseren Kreditkarten Geld abheben, weil wir nun noch die Work und Residence Permit bezahlen müssen. Visa ist sehr verbreitet und nach erfolgreicher Abhebung ging es zum Immigration Service. Das Beantragen ist ein wenig langwierig und wir machten auch gleich noch einen dritten Coronatest, weil die zwei vom Flug schon abgelaufen waren. Nach ein paar Stunden ohne Mittag auf der Behörde aßen wir Mittag/Abendbrot. Im Restaurant saß ein Mädchen am Nachbartisch, das dann zwischendurch neugierig zu uns rüberkam und vorsichtig meinen hellen Arm berührte. Sie machte große Augen als ich sie auf Twi fragte, wie's ihr geht. Würd gern wissen, ob sie mich verstanden hat. :D

Ich mag dich - auf Twi

Dr. Judith in der Mitte und wir so :)