Erster Strandbesuch
Dienstag, 21.09.2021 Reisen Leben & AlltagAm 21. September hat der erste Präsident Ghanas Geburtstag und darum haben die Menschen hier frei. Glücklicherweise galt das auch für uns und so konnten wir ausschlafen, um am Nachmittag das erste Mal mit einem Uber an den Strand zu fahren. Uber ist verbreitet und einfacher, da der Fahrpreis für eine Strecke automatisch festgelegt wird und man nicht erst mit dem Fahrer handeln muss. Einen Ubertaxi bestellt man wie in Deutschland über eine App und wartet, bis der Fahrer da ist.
Angekommen am Meer, durften wir leider wegen Corona nicht richtig baden. Wäre Baden erlaubt, wäre der ganze Strand voller Menschen und keiner würde Abstand halten - wurde uns als Begründung genannt. Ein kleines bisschen durften wir dann doch rein und es war echt schön. Neu ist, dass immer mal wieder fremde Leute mit einem Fotos machen wollen. Ich hab damit eigentlich kein Problem, aber am Strand in Badesachen fand ich die Frage schon grenzwertig. Um für Sicherheit am Strand zu sorgen, reiten z.T. Rettungsschwimmer auf Pferden herum. Teilweise gehören die Pferde aber auch anderen, welche dich gegen Geld reiten lassen. Das lehnten wir erstmal ab. Einfach weil es was kostet und auch den Strand zu besuchen sowie die Sitzgelegenheit bereits schon Geld kostete. Bestimmt gibt es irgendwo auch Strände, wo man ohne Eintritt zu zahlen hin kann, doch sind diese ggf. nicht bewacht. In Deutschland mag das kein Problem sein, doch in Ghana sind einsame unbewachte Strandabschnitte zumindest vom Auswärtigen Amt als nicht zu empfehlen eingestuft. Also mal schauen, wo ich noch hinkomme...
Als unser Badetag sich dem Ende neigte, liefen wir ein Stück am Strand lang, um zu einem flachen aber breiten "Fluss" zu kommen. Auf dem Weg sah ich zum ersten Mal in freier Wildbahn eine Riesenschildkröte, die da etwas hilflos wirkend Sand aufwirbelte. Am Wasser angekommen waren plötzlich wieder die Reiter da und boten uns an mit den Pferden rüber zu reiten. Francis, der mit dabei war, sagte wir sollten reiten und dann saß ich schon auf. Das Pferd bekam einen Klaps, um anschließend schnell durchs Wasser auf die andere Seite zu laufen. Sicher drüben angekommen, machten wir uns auf den Heimweg. Völlig versandet und verschwitzt liefen wir an teuren Resorts und Hotels vorbei. Mit Francis überquerten wir vierspurige Straßen. Es gibt in Accra wie in Deutschland auch Fußgängerüberwege aber nicht an jeder Ecke. Darum nutzten wir so eine ca. 30 cm breite Barriere, auf der man in der Mitte pausiert bis eine Lücke frei ist. Anschließend quetschten wir uns in ein Taxi, dessen Fahrer 50 Meter vor der roten Ampel nochmal so richtig beschleunigte... Das passiert, aber nach einigen Taxi- und Uberfahrten kann ich sagen, dass sich die Fahrer allgemein an die Verkehrsregeln halten. Insbesondere Paul (Fahrer des YMCA-Buses), der uns am Donnerstag den langen Weg nach Takoradi bringen wird, fährt sehr gut und hat viel Fahrerfahrung. Ich hab mich dadurch immer sicher gefühlt. Als wir ankamen, duschten wir und entschlossen uns, unsere Sachen demnächst mal (von Hand) zu waschen... denn "gut duftend" ist was anderes.